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Migration

Zu Shopify migrieren ohne SEO-Verluste

Eine Schritt-für-Schritt-Checkliste zu URL-Weiterleitungen, Metadaten und Bildern sowie zu den Prüfungen in der Search Console nach dem Launch.

28. Sep 20267 Min. Lesezeit

Der Umzug Ihres Shops von WooCommerce, Magento, Wix oder einer anderen Plattform zu Shopify ist eine Chance für einen Neuanfang. Es ist aber auch der Moment, in dem viele Shops Suchmaschinen-Traffic verlieren, den sie über Jahre aufgebaut haben. Schuld ist nicht Shopify. Der Traffic geht verloren, wenn alte URLs nicht mehr funktionieren und Seitenangaben beim Umzug auf der Strecke bleiben.

Fast alles davon lässt sich verhindern. Diese Checkliste zeigt, was Sie vor dem Umzug erfassen sollten, wie Sie jede URL zuordnen und weiterleiten, was Sie am Launch-Tag prüfen und was Sie danach in der Google Search Console beobachten sollten.

Warum Rankings nach einer Migration fallen

Suchmaschinen ranken einzelne URLs. Wenn sich eine URL ändert und nichts von der alten auf die neue Adresse verweist, gehen die damit verbundenen Rankings, Links und Lesezeichen verloren. Die häufigsten Ursachen sind:

  • Geänderte URLs ohne Weiterleitungen. Shopify nutzt feste URL-Formate wie /products/ und /collections/, daher ändern sich bei einem Umzug die meisten Adressen.
  • Fehlende Seitentitel und Meta-Beschreibungen. Werden sie nicht übernommen, greift Shopify auf Produkttitel und -beschreibung zurück.
  • Verlorene Inhalte. Kategorietexte, Produktbeschreibungen und Blogartikel, die gekürzt oder zurückgelassen werden.
  • Defekte interne Links. Links in Beschreibungen und Artikeln, die noch auf alte URLs zeigen.
  • Ein langsamerer Shop. Ein überladenes Theme oder zu viele Apps können die Vorteile einer saubereren Plattform zunichtemachen.
  • Blockierte Seiten. Ein Shop, der noch passwortgeschützt ist, oder Seiten, die nach dem Launch versehentlich ausgeblendet sind.

Vor dem Umzug: den Ist-Zustand erfassen

URLs, die Sie nicht kennen, können Sie auch nicht weiterleiten. Bevor sich irgendetwas ändert, erfassen Sie, was der alte Shop enthält und wie er abschneidet:

  1. Listen Sie jede URL der alten Website auf: Produkte, Kategorien, Seiten und Blogartikel. Nutzen Sie dazu die Sitemap der Website und einen Crawler wie Screaming Frog.
  2. Exportieren Sie Ihre Top-Seiten aus dem Leistungsbericht der Google Search Console, damit Sie wissen, welche URLs die meisten Klicks bringen.
  3. Exportieren Sie Ihre am häufigsten verlinkten Seiten aus dem Linkbericht der Search Console. Seiten, auf die andere Websites verlinken, verdienen besondere Sorgfalt.
  4. Sichern Sie Seitentitel, Meta-Beschreibung und H1 jeder wichtigen Seite.
  5. Notieren Sie Ihre Vergleichswerte: organische Klicks, wichtigste Suchbegriffe und Conversion-Rate, damit Sie nach dem Launch vergleichen können.

Tipp: Behalten Sie eine Kopie der alten Website. Bewahren Sie Ihren Crawl-Export und nach Möglichkeit eine Staging-Kopie des alten Shops auf, bis der neue Shop ein paar Monate live ist. So prüfen Sie am schnellsten, was früher auf einer Seite stand.

Jede alte URL ihrer neuen Shopify-URL zuordnen

Die URL-Formate von Shopify sind fest vorgegeben, daher ändern sich die meisten Adressen. Behalten Sie den letzten Teil jeder URL, den sogenannten Handle, wo immer möglich bei: Aus /product/blue-mug/ sollte /products/blue-mug werden, nicht /products/blue-ceramic-mug-2.

Seitentyp Alte URL (Beispiel) Neue Shopify-URL
WooCommerce-Produkt /product/blue-mug/ /products/blue-mug
WooCommerce-Kategorie /product-category/mugs/ /collections/mugs
Magento-Produkt /blue-mug.html /products/blue-mug
Wix-Produkt /product-page/blue-mug /products/blue-mug
Blogartikel /2025/05/gift-guide/ /blogs/news/gift-guide
Seite /about-us/ /pages/about-us

Drei Regeln halten Ihre Zuordnung sauber:

  • Leiten Sie jede alte URL auf die passendste neue Seite weiter, nie pauschal auf die Startseite.
  • Leiten Sie Produkte, die Sie nicht übernehmen, auf das ähnlichste Produkt oder die passendste Kollektion weiter.
  • Leiten Sie direkt auf die endgültige URL weiter. Eine Weiterleitung, die zu einer weiteren Weiterleitung führt, bremst Crawler und Besucher aus.

301-Weiterleitungen in Shopify einrichten

Weiterleitungen in Shopify sind dauerhafte Weiterleitungen (301), und Sie verwalten sie in Ihrem Adminbereich auf der Seite URL-Weiterleitungen. Bei einer Migration importieren Sie alle auf einmal:

  1. Übertragen Sie Ihre URL-Zuordnung in eine CSV-Datei mit zwei Spalten: Redirect from und Redirect to.
  2. Verwenden Sie Pfade, etwa /product/blue-mug/ in der ersten Spalte und /products/blue-mug in der zweiten.
  3. Importieren Sie die Datei auf der Seite URL-Weiterleitungen.
  4. Testen Sie eine Stichprobe alter URLs, mit und ohne abschließenden Schrägstrich, und prüfen Sie, ob jede auf der richtigen Seite landet.

Shopify nutzt eine Weiterleitung nur, wenn unter der alten Adresse nichts existiert. Eine Weiterleitung kann also nie eine aktive Seite verdecken. Wenn Sie später im Adminbereich den Handle eines Produkts ändern, bietet Shopify an, die Weiterleitung für Sie anzulegen.

SEO-Daten übernehmen, nicht nur Produkte

Bei einer Migration zieht mehr um als nur der Produktkatalog. Prüfen Sie im neuen Shop jeden dieser Punkte:

  • Seitentitel und Meta-Beschreibungen im Bereich „Suchmaschineneintrag“ jedes Produkts, jeder Kollektion, jeder Seite und jedes Blogartikels.
  • Bild-Alt-Texte, die Ihre Produktbilder für Suchmaschinen und Screenreader beschreiben.
  • Kategorietexte, etwa die Einleitung über oder unter einem Produktraster, übertragen in die passende Kollektion.
  • Blogartikel mit ihren Bildern, Autoren und ursprünglichen Veröffentlichungsdaten.
  • Links in Ihren Inhalten, auf die neuen URLs aktualisiert, damit sie nicht auf Weiterleitungen angewiesen sind.
  • Produktbewertungen, über Ihre Bewertungs-App importiert, damit die Produktseiten sie behalten.

Shopify erstellt Ihre Sitemap automatisch, die meisten Themes setzen Canonical-Tags, und viele enthalten strukturierte Produktdaten. Prüfen Sie vor dem Launch, ob das bei Ihrem Theme der Fall ist.

Checkliste für den Launch-Tag

  • Entfernen Sie das Shop-Passwort, damit Kunden und Suchmaschinen den neuen Shop erreichen.
  • Verbinden Sie Ihre Domain unter Einstellungen → Domains und legen Sie sie als primäre Domain fest.
  • Importieren Sie Ihre Weiterleitungen und testen Sie eine Stichprobe alter URLs.
  • Prüfen Sie Ihre robots.txt-Datei. Shopify erstellt sie für Sie, und über die Vorlage robots.txt.liquid können Sie sie bei Bedarf ändern.
  • Reichen Sie /sitemap.xml in der Google Search Console ein. Shopify hält sie aktuell, wenn Sie Produkte und Seiten hinzufügen.
  • Wenn sich Ihr Domainname geändert hat, nutzen Sie in der Search Console zusätzlich das Tool zur Adressänderung.
  • Testen Sie Checkout, Bestell-E-Mails, Webanalyse und Tracking-Pixel.

Nach dem Launch: die Google Search Console im Blick behalten

Prüfen Sie in den ersten Wochen alle paar Tage die Search Console:

  • Bericht zur Seitenindexierung: Achten Sie auf Seiten mit dem Status „Nicht gefunden (404)“. Jede davon ist eine alte URL, die noch eine Weiterleitung braucht.
  • URL-Prüfung: Kontrollieren Sie, ob Ihre wichtigsten Seiten unter ihren neuen URLs indexiert sind, und beantragen Sie bei Bedarf die Indexierung.
  • Leistungsbericht: Stellen Sie Klicks und Positionen den Vergleichswerten gegenüber, die Sie vor dem Umzug notiert haben.
  • Ihre eigenen Links: Aktualisieren Sie die Links in Ihren Social-Media-Profilen, Marktplatz-Angeboten und E-Mail-Vorlagen.

Etwas Bewegung in den Rankings ist normal, während Google den Shop neu crawlt. Laut Google kann es bei einer mittelgroßen Website einige Wochen dauern, bis die meisten Seiten im Index umgezogen sind. Wenn Sie 404-Fehler und defekte Links beheben, sobald sie auftauchen, bleibt diese Phase kurz.

Den richtigen Zeitpunkt für die Migration wählen

Wechseln Sie die Plattform nicht in den Wochen vor Ihrer Hauptsaison. Ein neuer Shop braucht Zeit, um sich einzuspielen, und Sie brauchen Zeit, um zu beheben, was die Search Console findet. Wenn Ihr Höhepunkt Black Friday ist, gehen Sie deutlich vor November live oder warten Sie bis zum neuen Jahr. Unsere BFCM-Checkliste zeigt, worauf Sie sich stattdessen konzentrieren sollten, wenn der Sale kurz bevorsteht.

Hinweise zu den Plattformen

  • WooCommerce: Produkte, Kunden und Bestellungen lassen sich gut übertragen, und Shopify-Apps ersetzen die Plugins, auf die Sie angewiesen sind. Siehe Migration von WooCommerce zu Shopify.
  • Magento: Komplexe Kataloge und individuelle Funktionen werden auf Shopify oder Shopify Plus neu gebaut, und alle URLs mit der Endung .html brauchen Weiterleitungen. Siehe Migration von Magento zu Shopify.
  • Wix: Produkt-, Seiten- und Blog-URLs ändern alle ihr Format, daher kommt es hier vor allem auf die Weiterleitungsliste an. Siehe Migration von Wix zu Shopify.

Jede Migration zu Shopify, die wir umsetzen, umfasst die Schritte aus diesem Ratgeber: jede alte URL zugeordnet und weitergeleitet, die Sitemap eingereicht und die Search Console nach dem Launch überwacht.

Häufig gestellte Fragen

Verliere ich meine Google-Rankings, wenn ich zu Shopify wechsle?

Nicht, wenn der Umzug geplant ist. Rankings fallen, wenn alte URLs ins Leere führen und Seitenangaben verloren gehen. Eine 301-Weiterleitung für jede alte URL, übernommene Titel, Beschreibungen und Inhalte sowie regelmäßige Prüfungen in der Search Console nach dem Launch schützen die Rankings, die Sie aufgebaut haben.

Kann ich meine alten URLs in Shopify behalten?

Nur teilweise. Shopify schreibt /products/, /collections/, /pages/ und /blogs/ in seinen URLs vor, daher ändern sich die meisten Adressen. Sie können den Handle, also den letzten Teil jeder URL, behalten und jede alte URL auf ihre neue Adresse weiterleiten.

Wie lange sollte ich die Weiterleitungen behalten?

Dauerhaft. Links von anderen Websites und alte Lesezeichen verwenden die alten URLs noch jahrelang, und die Weiterleitungen führen diese Besucher weiterhin auf die richtige Seite.

Kann ich Kundenpasswörter zu Shopify übertragen?

Nein. Passwörter lassen sich nicht zwischen Plattformen übertragen. Die Daten Ihrer Kunden ziehen mit um, und jeder Kunde legt über eine Einladung zum Kundenkonto ein neues Passwort fest.

Script Engine Team

Shopify-Entwickler bei Script Engine und das Team hinter SE Wishlist Engine, einer Built for Shopify App.

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